"Erzähl uns von dir" - ein Interview mit Marie Bleyer

Aktualisiert: 22. Dez 2020


Erzähl uns kurz von dir...

Ich heiße Marie, bin 32 Jahre jung und wohne im schönen Wien. Aufgewachsen bin ich in Niederösterreich, ich bin Halbfranzösin und im Herzen Italienerin – ich sag nur Pizza, Pasta e vino! Mein Hobby ist es meine Freunde zu treffen und mit ihnen eine gute Zeit zu haben, sei es beim Essen gehen, Gin Tonic trinken, spazieren gehen oder Urlaub machen. Hauptsache das Leben genießen!



Wie bist du zu deinem Beruf gekommen?

Meine ersten Models waren die Blumen im Garten meiner Mama, meine Labellosammlung und meine Schwester. Alles noch mit meiner kleinen Digicam, bis ich mir mit 18 Jahren meine erste Spiegelreflexkamera gekauft habe - mit dem Hintergedanken „bessere Kamera, bessere Fotos“. Dem war aber nicht gleich so.. Ich hatte mir alles selbst beigebracht und war auch oft am Rande der Verzweiflung, weil es nicht so funktioniert hat, wie ich wollte. Mit Hilfe guter Freundinnen, die auch fotografiert hatten, Workshops, Büchern und vor allem ganz viel try and error kamen dann mit der Zeit ganz passable Portraits heraus. Diese Bilder hab ich dann auf Facebook gepostet und so führte eines zum anderen und ich meldete 2013 ein nebenberufliches Gewerbe an. Meine erste Hochzeit fotografierte ich 2010 und ich erinnere mich noch ganz genau an den Stress, den ich hatte – es war eine fünf (!) minütige Trauung in einem Wiener Standesamt. Die Braut war eine Arbeitskollegin von mir und sie wusste, dass ich noch keine Erfahrung mit Hochzeiten hatte. Das Licht in dem Standesamt war grottig, ich war mit den Einstellungen meiner Kamera und der kurzen Dauer der Trauung schwer überfordert. Von Posing und Blitzen hatte ich damals noch absolut keine Ahnung und ich hab mir geschworen „den Stress tu ich mir nie wieder an“.

Bis ich dann ein paar Jahre später die Möglichkeit hatte die Hochzeit einer alten Schulfreundin zu fotografieren – von A bis Z. Vom Getting ready bis zur Party. Das wiederum hat mir richtig Freude bereitet: die Geschichte des ganzen Tages mit Bildern zu erzählen und die kleinen Momente festzuhalten, Details hübsch herzurichten und zu fotografieren, mit den Gästen ins Gespräch zu kommen, ein Teil der Gesellschaft zu sein. Das ist auch der Grund, warum ich heute noch gerne Hochzeiten fotografiere.


Eigentlich habe ich Bildungswissenschaft studiert und im Sozialbereich gearbeitet. Dass ich irgendwann nur noch selbstständig als Fotografin arbeite war so eigentlich nie geplant. In den letzten 7 Jahren hat sich die Fotografie von einer nebenberuflichen Tätigkeit zu einem Vollzeitjob mit Atelier entwickelt, worüber ich wahnsinnig dankbar (und stolz) bin. Wenn ich in all den Jahren eines gelernt habe, ist, dass „Leben das ist, was passiert während man Pläne macht“ und man flexibel bleiben muss. Das Leben stellt einen nur vor die Herausforderungen, die man auch meistern kann und wenn man intuitiv handelt und offen für Veränderung bleibt, kann nur Gutes dabei herauskommen.



Worauf hast du dich spezialisiert und warum?

Fotografisch habe ich mich auf Portraits, Paare und Hochzeiten spezialisiert. Im Grunde

genommen alles was Menschen betrifft, egal ob im Privat- oder im b2b-Bereich. Abgesehen von den Hochzeiten fotografiere ich am Liebsten Menschen, die eine Geschichte zu erzählen haben. Nämlich ihre eigene. Und da ist es mir egal ob es darum geht, ein Unternehmen aufzubauen und wir Fotos für die Website machen oder ob es ein privates Portraitshooting ist.

Meine andere Leidenschaft neben der Fotografie ist die Weitergabe von Wissen – konkret Einzelcoachings und Workshops. Es macht mir einen riesen Spaß Menschen beim Wachsen zuzusehen, und sie mit den richtigen Tools und Fragen zu begleiten - sei es bei einem Einzelcoaching, wo wir gemeinsam einen Fahrplan mit Prioritäten erarbeiten oder in der Gruppe, wo der Austausch das Allerwichtigste ist. Wir sitzen alle im selben Boot und ich finde es sollte grundsätzlich viel mehr und vollkommen offen über Ängste, Schwierigkeiten und Geld in der Selbstständigkeit gesprochen werden.




Wieso kam dir die Idee einen Online-Workshop zu drehen?

Nachdem Anfang 2020 schnell klar war, dass Corona länger Thema sein wird und auch die ersten Hochzeiten verschoben wurden habe ich kurzerhand beschlossen mit Hannah und René gemeinsam meinen schon existierenden Workshop zum Thema „Couple Posing“ abzudrehen, da ich ihn offline nicht so bald wieder geben konnte.

Ein Vorteil ist für mich auf jeden Fall, dass man sich als Kund:in den Workshop in kleinen Portionen anschauen kann – nämlich dann, wenn man die Zeit dafür hat. Und wenn es um 2 in der Früh ist – kein Problem. Man kann jederzeit stoppen, Passagen wiederholen, sich Notizen machen und in der Facebookgruppe kann man auch jederzeit in den Austausch gehen und Folgefragen stellen.



Wie kam dir die Idee zu deinem Workshopthema?

Nachdem ich den Posing Workshop schon mehrfach offline gegeben hatte lag es für mich auf der Hand dieses Workshopthema aufzugreifen und für das Onlineformat zu perfektionieren. Ich glaube, dass es das perfekte Thema ist, weil es einerseits für mich darum geht den Kursteilnehmer:innen zu zeigen wie ich arbeite, und andererseits möchte ich sie auch inspirieren Dinge auszuprobieren und ihre eigene Version der Posen und Kundenkommunikation zu finden. Es gibt in dem Fall kein richtig oder falsch, sondern vielmehr Inspiration, wo man sich die Rosinen für seine Arbeitsweise rauspicken kann.



Für wen und warum ist dein Workshop besonders geeignet?

Mein Kurs „Couple Posing“ ist für alle Fotograf:innen gedacht, die was lernen wollen und mit Menschen arbeiten. Solche die beispielsweise noch ganz am Anfang stehen und unsicher sind was das Thema Posing betrifft, aber auch für erfahrenere Kolleg:innen, die sich weiterbilden und über den eigenen Tellerrand schauen möchten. Auch ich bilde mich andauernd weiter, auch in den Bereichen wo ich meine Stärken sehe. Ich finde Stillstand ist das Schlimmste was man als Selbstständige:r sich und seinem Business antun kann. Oft ist man ein bisschen festgefahren, hat sich schon Routinen erarbeitet, die gut sind, aber Optimierung ist immer möglich. ;)


Nähere Informationen zum Kurs findest du hier:

https://www.creativemind-academy.com/coupleposing



Wenn du noch einmal zum Anfang deiner Selbstständigkeit springen würdest, über welchen Rat hättest du dich besonders für deinen Weg gefreut? Ein gutes Netzwerk zu haben – nämlich online und offline und das auch zu pflegen ist für mich das A und O. Entweder um sich auszutauschen, Meinungen und Feedback einzuholen oder aber auch Hochzeiten an Kolleg:innen weiterzugeben, wenn man selbst nicht kann oder beispielsweise verhindert ist.

Eine weitere wichtige Erkenntnis auf meiner Reise war, dass ich nicht alles selbst machen muss. Ab einem gewissen Punkt muss man durchkalkulieren ob es mehr Sinn macht sich in ein Thema einzulesen und es selbst zu meistern (und somit Zeit investiert) oder besser Geld in die Hand nimmt und die Aufgabe jemanden machen lässt, dessen Expertise dieser Bereich ist. Und in dieser Zeit kann ich mich den Dingen widmen die mein Herz höher schlagen lassen und mir im besten Fall wieder Geld einbringen.

Nicht jeder Mensch der eine:n Fotograf:in sucht ist bei dir richtig. Deswegen ist es besonders wichtig, seinen eigenen Stil zu finden (Bildbearbeitung, Kundenkommunikation, Design, Social Media, etc.), denn wenn du Menschen abstößt, weil ihnen nicht gefällt wie du bist und was du machst ist das eigentlich ein gutes Zeichen. Denn du willst NICHT alle Kund:innen der Welt haben, sondern nur die, die gut zu dir und deinem Stil passen.



„Jeder Erfolg startet mit der Entscheidung es zu versuchen.“


“It doesn’t interest me what you do for a living. I want to know what you ache for, and if you dare to dream of meeting your heart’s longing. It doesn’t interest me. How old you are. I want to know if you will risk looking like a fool for love, for your dream, for the adventure of being alive.” – Oriah Mountain Dreamer

„Do it scared. Do it knowing that you won’t know everything. Do it even though you don’t feel ready. Do it without perfection. Whatever you do, take the leap and go for it.”


Diese drei Zitate haben meine letzten Jahre sehr geprägt und beschreiben genau das, worum es für mich im Leben geht. Einfach tun, du selbst sein und auf dein Herz hören!


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